Die Geschichte von CAMM. Erzählt von Ademilson Barros do Nascimento:

Gründung

17. September 1984

CAMM wurde offiziell am 17. September 1984 gegründet, die Aktivitäten fanden aber bereits seit 1983 mit einer Gruppe von Kindern statt, die in der Nachbarschaft bettelten und unser Haus zu ihrem Treffpunkt machten.

Ausbau

1. Januar 1985

1985 haben wir (Roberta und Ademilson) vor unserem Haus ein Klassenzimmer mit 30 qm Tischen und Bänken gebaut. Nach Gesprächen mit den Kindern begannen wir mit der Herstellung und dem Verkauf von Speiseeis, so dass sie zwar auf der Straße blieben, aber einer würdevolleren Tätigkeit nachgingen und nicht mehr betteln mussten.

CAMM wächst

1. Januar 1987

1987 erreichte die gewachsene Anzahl der betreuten Kinder bereits 150. Wir gründeten eine Vorschule, um zu verhindern, dass die kleineren Kinder mit ihren älteren Geschwistern auf die Straße gehen. So konnten wir mit Hilfe einer schweizerischen Organisation – Terre des Hom-mes – ein Gelände von 5.000 qm im Stadtteil Linha do Tiro erwerben und für diverse Aktivitäten (Nähen und Schneidern, Schreinern, Herstellung von Eis, Gemüsegarten und Aufzucht von kleinen Tieren…) umgestalten.

Entfesselte Gewalt

1. Januar 1990

1990 entfesselte sich die Gewalt im Land, vor allem gegen Kinder und Jugendliche, die auf der Straße lebten. Viele wurden sogar hingerichtet. Vor diesem Hintergrund bekräftigte CAMM seine anfänglichen Ziele, denen zur Seite zu stehen, die uns am meisten benötigen, und startete eine weitere Aktivität: CAMM II, eine Farm für Straßenkinder in Risikosituationen. Es entstand als Betreuungsalternative von Kindern und Jugendlichen, die als Opfer auf der Straße lebten, klauten, Drogen nahmen, Gefängnisaufenthalte hinter sich hatten, mit dem Tod bedroht wurden und in ständigem Kontakt mit dem organisierten Verbrechen standen.

Finanzkrise im Land

1. Januar 1995

1995 betreute CAMM mehr als 300 Kinder und Jugendliche in den beiden Standorten mit unterschiedlichen Aktivitäten und mehr als 20 Erziehern, erlebte aber den Beginn einer schwierigen Phase: Die Stadtverwaltung von Recife erfüllte nicht ihren unterschriebenen Vertrag zur finanziellen Unterstützung des Projektes, das Land erlebte eine weitere Währungsreform, der Dollar verlor an Wert. All dies brachte CAMM in eine schwere finanzielle Krise. Zu dieser Zeit stellten viele Nichtregierungsorganisationen in Brasilien sogar ihre Aktivitäten ein. Wir hielten durch, schränkten unsere Betreuungsaktivitäten aber um 40 % ein. Es folgten fünf schwierige Jahre voller Herausforderungen.

Viele Veränderungen

1. Januar 2000

2000 Mit dem neuen Jahrtausend, vielen Veränderungen auf globaler und lokaler Ebene und ohne finanzielle oder institutionelle Hilfe mussten wir uns dazu durchringen, die Farm für Straßenkinder zu schließen, denn neue Gesetze und Aktionen machten unsere Arbeit unmöglich. Wir hätten eine sehr gute finanzielle Struktur gebraucht, erhielten aber keinerlei Unterstützung durch öffentliche Behörden, auch nicht für die Sicherheit und den Schutz für unser eigenes Leben, wenn wir Kinder, Jugendliche und junge Menschen bei uns aufnahmen, die mit dem Tode bedroht waren. Schließlich haben wir uns dazu entschlossen, unsere Präventivarbeit nur an dem Standort im Stadtteil Linha do Tiro fortzuführen. Fünf Jugendliche kamen mit uns mit, ehemalige Teilnehmer der Farm, die in dieser neuen Gemeinschaft leben wollten.

Öffne deinen Kopf und dein Herz

1. Januar 2005

Von 2005 an, haben wir vier Jahre lang jährlich mit den Jugendlichen von CAMM und aus anderen Ländern ein Festival gegen Rassismus veranstaltet, das ca. 10.000 Jugendliche aus dem Großraum Recife mobilisiert hat. Eines der Themen lautete: „Öffne deinen Kopf und dein Herz und Stell dir vor: Anders sein ist normal!“

30jähriges Jubiläum

1. Januar 2013

2013 durften wir unsere 30-jährige Arbeit mit einem Gottesdienst feiern. Trotz finanzieller Krisen, trotz Bedrohung von außen, trotz struktureller Schwierigkeiten ist CAMM immer noch und immer wieder eine wichtige Unterstützung für viele Kinder und Jugendliche, die sonst keine Chance hätten.

Der Weg geht weiter

1. Mai 2017

2017 betreute CAMM ca. 50-60 Kinder. Die Kinder bekommen menschliche Wärme, zweimal täglich eine warme Mahlzeit, haben die Möglichkeit an verschiedenen Angeboten teilzunehmen, werden in nach ihrem Bedarf unterstützt und haben vor allem die Möglichkeit unbeschwert zu spielen und Kind zu sein. Es wäre Platz für weitere Kinder da, allerdings reicht das vorhandene Geld nicht für mehr Personal, Essen, pädagogisches Material. Mit Hoffnung gehen wir diesen Weg weiter – CAMMinhando! Ademilson Barros do Nascimento